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Die alte Landtechnik...

Zeitungsbericht der RNZ vom 14. August 2003

 

Alte Landtechnik besticht durch Einfachheit!

 

Neunter historischer Erntetag der Dreschgemeinschaft. Gute Resonanz trotz Hitze - Raritäten vorgeführt. Handarbeit war gefragt.

Sinsheim-Dühren. (end) Von wegen klimatisierte Fahrerkabine oder luftgefederter Komfortsitz, der bei jeder Bodenvertiefung dem Hintem schmeichelt.

Anstrengend, unbequem und von viel Mühsal gekennzeichnet war die Ernte vor dem Siegesmarsch der technischen Revolution.

Was in einem Tag zwei Pferdestärke schafften, ist heute fast Stundenpensum einer hochmodernen Feldarbeitsmaschine. "Aber beschaulicher war's damals zumindest" räumt

Walter Storz ein, der den historischen Erntetag der Dreschgemeinschaft Dühren am vergangenen Wochenende besuchte. Der alte Bauer aus Mühlhausen kann der Schwärmerei von der "guten alten Zeit" nicht viel abgewinnen, "wir haben uns früher regelrecht abgeplagt".

Ja, mit den heutigen Maschinen sei der Beruf des Landwirts wesentlich einfacher, „aber bei der komplizierten Technik braucht man ja fast schon ein Studium" meint der 76-Jährige verschmitzt. Selbst reparieren ist da nicht mehr drin, für jede Kleinigkeit muss man in die Werkstatt.

Früher hat er seinen bescheidenen Maschinenpark selbst instandgesetzt; allenfalls Ersatzeile für seinen schier unverwüstlichen Fendt mussten übers Lagerhaus bestellt werden. Aber der alten Technik eilte auch der Ruf der Unverwüstlichkeit voraus.

Einfach und manchmal auch schlichtweg genial war die alte Landtechnik schon, die dem zahlreichen Publikum von der Dührener Dreschgemeinschaft bei diesem neunten historischen Erntetag auf dem Stoppelacker neben dem Sportplatz eindrucksvoll vorgeführt wurde. Pferde als Helfer

Alte Traktoren der Firmen Lanz, Allgeier, Hanomag, Vorgänger des legendären Unimog aus dem Hause Mulag oder auch Getreideselbstableger zogen das Interesse der Gäste auf sich.

Ganz schön schweißtreibend war die Vorführung der Ernte mit dem Reff, eine Sense mit einem Wurfkorb. Mit dieser Erfindung wurde die Emtezeit auf die Hälfte reduziert. Erfahrung und Kraft sind hier jedoch vonnöten, sonst klappt es mit der Zeitersparnis nicht.

In Aktion waren auch Pferdegespann mit Handableger zu bestaunen, doch die Vierbeiner wurden bei der großen Hitze etwas geschont und ließen den knatternden Dieselrössern den Vortritt.

Eine weitere Verbesserung der Ernte war der Binder, der das Schnittgut auch noch gleich in Garben bündelt. Hiervon gibt es nur noch wenige Exemplare dieser komplizierten Maschine, die vom Dührener Verein unter der Regie des rührigen Vorsitzenden Alexandler Speer für die Nachwelt erhalten wird.

Besondere Aufmerksamkeit galt, auch, den großen Preschmaschinen der Marken Speiser, Lanz und Hummel, die zum Einsatz kamen.

Natürlich litten der Besuch und die Veranstaltung insgesamt unter der tropischen Hitze, doch die wahren Fans kümmerte dies nicht und sie hielten der Dührener Traditionsveranstaltung die Treue.

Im nächsten Jahr zum Zehnjährigen hat sich die Vorstandschaft einige Überraschungen einfallen lassen. Man darf gespannt sein" was im komenden Jahr zum runden Jubiläum bei der Drescheemeinschaft präsentiert wird.

Hubert 16.10.2016 0 743
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16.10.2016 (vor 421 Tagen)
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